Die Maß/Mass ist voll

Der „Oktoberfest-Renntag“ am 3. Oktober beginnt schon frühmorgens, denn ab 11 Uhr werden fünf so genannte PMU-Rennen gestartet. Die hochdotierten und daher stets bestens besetzten Prüfungen werden live nach Frankreich übertragen, wo die Wettorganisation PMU mehr als 6.000 Wettannahmestellen betreibt. Natürlich wird an diesem Renntag alles, was Rang und Namen im deutschen Trabrennsport hat, nach Hamburg kommen, angeführt wird die Liste der Top-Sportler von Champion Michael Nimczyk aus Willich.

Da man den Nordlichtern und den Bayern gern eine herzliche gegenseitige Abneigung fälschlicherweise unterstellt, soll dieser Renntag einmal mehr das Gegenteil beweisen, denn die Hanseaten können – nicht nur in der Mittagspause - bajuwarische Spezialitäten genießen. Und was wäre ein Oktoberfest ohne zünftige Musik und eine Mass Bier (so nämlich schreibt und spricht der Bayer!) Insofern spielt eine bayerische Kapelle zum Weißwurstfrühstück auf – ob nun mit einer Mass, einer Maß oder einem Weißbier oder auch ohne! Bevor es für die bayerischen Musiker ins Hofbräuhaus geht, wird auf der Rennbahn die ganze Palette geboten, von traditionell bis modern. Das gilt natürlich auch für den Gaumenschmaus, denn auch wer weder Weißwurst noch Weißbier mag, der kann etwa Leberkäse oder anderes aus dem Süden genießen.

Alle kommen auf ihre Kosten

Auch an die kleinen Besucher ist gedacht. Gleich drei Aufführungen des Kaspertheaters werden für Begeisterungstürme bei den Kleinen sorgen, die sich dann auch beim Ponyreiten schon einmal mit den Vierbeinern näher vertraut machen können. Für interessierte Besucher, ob groß oder klein, ist das Doppelsulkyfahren die perfekte Gelegenheit, um selbst einmal direkt hinter einem Rennpferd zu sitzen, selbstverständlich mit fachkundiger Begleitung.
All das findet hoffentlich bei angenehmem Herbstwetter statt und auf jeden Fall bei freiem Eintritt! Sollte Petrus die hanseatisch-bajuwarische Kooperation stören wollen, dann kann es nicht so arg werden: Das Oktoberfest mit Musik, Speis und Trank findet im Erdgeschoss der Tribüne statt und ist damit vor Regen und Kälte geschützt.

Offene Grenzen

Essen und Trinken hält bekanntlich Leib und Seele zusammen, so dass man dann gestärkt in den zweiten Teil des Renntages einsteigen kann. Auch in diesem geht es international weiter, weshalb sich feststellen lässt: Werden kulinarisch regionale Grenzen überwunden, so liegt wetttechnisch gesehen der Fokus auf länderübergreifender Kooperation. Von Frankreich geht es am Nachmittag gen Norden, nach Schweden. 

Die schwedische Wettorganisation heißt ATG und bietet prall gefüllte Wett-Töpfe und solide Quoten. Das richtig große Geld lockt in der V5-Wette, bei der es darum geht, alle Sieger in fünf aufeinander folgenden Rennen richtig vorherzusagen. Doch keine Bange, auch „Hobbywetter“ und Neulinge können fett abkassieren, da es ausführliche Informationen in Wort, Bild und Ton geben wird.

Das Hauptrennen des Nachmittags ist das Kurt Hörmann-Memorial, welches an einen großen Hamburger Trabrennfahrer erinnert. Nach zwei Vorläufen, die direkt nach der Mittagspause stattfinden, stehen die Teilnehmer des Finales um  20.000 EUR Preisgeld fest. Der Renntag könnte sich da runden, denn Vorabfavorit ist Desert King, der aus Bayern anreist. Josef „Seppi“ Franzl als wichtigster Siegfahrer des Oktoberfest-Renntages? Das tät scho guat passen!