Ein in mehrfacher Hinsicht außergewöhnliches Programm erwartet die Traberfans am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, wenn das erste von zehn Rennen in Bahrenfeld schon um 11.10 Uhr und das letzte um 17.15 Uhr gestartet wird. Neben dem mit 24.000 Euro hoch dotierten und überaus ausgeglichen besetzten Kurt Hörmann-Memorial ragt sportlich vor allem der kurzfristig entschiedene und für erheblichen Presserummel sorgende Auftritt von Olympiatravet- und Elitloppet-Sieger Ringostarr Treb heraus. Der achtjährige Eurocrack und Gewinner von 1,3 Millionen Euro gibt seine Visitenkarte auf dem Weg zum Flughafen Lüttich, von wo aus es für ihn in die USA zum International Trot am 13. Oktober gehen wird, mit Weltenbummler Wim Paal im Sulky in einem Probelauf ab. Dieser findet zwischen zwei Fünfer-Blöcken der „offiziellen“ Rennen innerhalb einer rund zweistündigen Pause statt, in der es sich die Fans bei kulinarischen Spezialitäten und Oktoberfest-Stimmung gutgehen lassen können. Nebenbei wird noch ein „schickes“ Rahmenprogramm von Fahrten im Doppelsulky für die Großen bis zu Kasperletheater für die Kleinen geboten. Da der gesamte Renntag über den schwedischen Totalisator abgewickelt wird, dort aber nur die in diesem Land zugelassenen Wettarten gespielt werden können, wird die Zweier- durch eine Zwillingswette ersetzt, bei der es dann nicht auf die genaue Reihenfolge der ersten beiden Pferde ankommt. Am Vormittag findet eine V4-, am Nachmittag eine V5-Wette statt, beide mit den in Schweden üblichen Grundeinsätzen von 24 bzw. 12 Cent.

Mc Arthur, Juan, oder…?

Nicht nur die fünf PMU-Rennen am Vormittag, sondern auch die neben dem Hörmann-Memorial am Nachmittag ausgetragenen Prüfungen weisen eine Dotierung von je 4.500 Euro auf, so dass mehr als 70.000 Euro an Besitzer, Züchter und Trainer ausgeschüttet werden. Highlight der ersten Programmhälfte ist eine Bänderstartprüfung der gehobenen Klasse, in der sich der vorjährige St. Leger-Sieger Mc Arthur (Michael Nimczyk) beim dritten Start nach langer Pause um seinen ersten Saisonerfolg bemüht. Den möchte im ersten Band die in der Breeders Crown sehr unglücklich an einem Startfehler gescheiterte Lady Vera (Lea Ahokas) verhindern, während deren Trainingsgefährte Iron Steel (Victor Gentz) sowie der Lasbeker Juan (Christian Lindhardt) trotz 20 Metern Zulage ähnliche Ambitionen hegen.

Klasse im und unterm Sattel

Nach dem sicher heiß diskutierten Probelauf von Ringostarr Treb beginnt die zweite Hälfte des attraktiven Rennprogramms um 15.15 Uhr mit einem Trabreiten, in dem drei mit 40 Metern Zulage gehandicapte Pferde mit den drei mutmaßlich besten Reiterinnen der Szene den Sieg unter sich ausmachen könnten: Deutschlands Rekordsieger Garry (Ronja Walter), der ihm zuletzt drei Mal in Folge unterlegene Irrwisch (Sytske de Vries) und der beim Monté-Debüt in Le Croisé-Laroche als Dritter vollauf überzeugende O’Sunday (Sina Baruffolo). Das Hauptaugenmerk aber liegt auf dem als neunten und damit vorletzten Rennen des Tages ausgetragenen Kurt Hörmann-Memorial, das an einen der bedeutendsten norddeutschen Trainer und Fahrer überhaupt erinnert. Nahezu jeder der elf Teilnehmer darf sich in dem ausgeglichenen Feld eine Chance auf besseres Geld ausrechnen, die meisten werden sogar mit einem möglichen Sieg liebäugeln.

Einer wird gewinnen

Unter diesem Titel wurde zwischen 1964 und 1989 und damit mitten in „Kuttis“ ruhmreicher Karriere eine der erfolgreichsten ARD-Samstagabendshows überhaupt ausgestrahlt, und auch wenn der Titel ähnlich lapidar klingt wie Fußballweisheiten á la „Der Ball ist rund“, trifft er auf die Besetzung des diesjährigen Hörmann-Memorials doch perfekt zu. Sollte es nicht gerade ein totes Rennen geben, wird tatsächlich nur einer gewinnen können, aber infrage dafür kommen viele. Hercules Petnic (Jaap van Rijn) bringt mit fünf Siegen bei den letzten sechs Starts die beste Gesamtform, gleichzeitig aber auch die niedrigste Gewinnsumme mit. Zudem scheiterte der Wallach ausgerechnet beim einzigen Hamburger Auftritt an Gangartproblemen, was Spekulationen um sein Abschneiden zusätzlich anheizt. Während Trainingsgefährte Stradivari (Michael Nimczyk) in jüngster Zeit mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatte, kehrt Pepper K.L. (Franz Klein) als Sieger der Deutschen Amateurmeisterschaft an die Stätte seines größten Erfolges zurück, muss aber ebenso wie der formstarke Big Boss As (Kornelius Kluth) und die in Schweden einige Male weit vorn gewesene Indira OE (Jörgen Sjunnesson) aus der ungeliebten zweiten Startreihe ins Rennen gehen. Das erhöht die Chancen der mit dem aktuellen Bahrenfelder Sieg rechtzeitig wieder in Form gekommenen Green Mamba (Victor Gentz), und beim Lasbeker Duo Maxi Cup (Christian Lindhardt) und Lorenco (Thomas Panschow) ist ein gutes Abschneiden ohnehin weniger eine Frage des unbestrittenen Könnens als der Tagesform bzw. nervlichen Verfassung.

Der nächste Bahrenfelder Renntag findet am Sonntag, 14. Oktober statt, wenn im Rahmen des mit 150.000 Euro dotierten Saisonhöhepunktes „Großer Preis von Deutschland“ zahlreiche weitere hochdotierte Prüfungen mit internat