Die Entscheidung im Kampf um den Titel „Hamburger Pferd des Jahres“ wird vertagt, da keiner der drei Anwärter an den Ablauf kommt. Stattdessen könnte sich der Kreis der Kandidaten kurz vor Saisonende noch von drei auf vier erweitern.

Trio oder Quartett

Lange schienen drei Pferde als siegreichste des Jahres in Betracht zu kommen, bevor Larsson (6 Siege) die Form etwas verlor und Opalis bzw. Porto (5 Siege) Engagements auf anderen Bahnen wahrnahmen. Dadurch ist plötzlich auch Naheed in aller Munde. Der Lasbeker Hengst hat sich herangeschlichen, vier Treffer auf seinem Konto und wäre mit einem Erfolg im 2. Rennen des Abends plötzlich auch in der engeren Wahl. Dafür müsste er, wie immer gesteuert von Josef Franzl, allerdings die im neuen Quartier stark auftrumpfende und mit einem Doppelerfolg im Gepäck anreisende Girlofmanymissions (Cees Kamminga) sowie einige weitere von Woodbrown Beauty (Jörgen Sjunnesson) angeführte Formpferde schlagen.

Nahezu Banklos

Die in letzter Zeit mitunter nicht allzu schwierig gewesene V6-Wette erscheint diesmal durchaus knifflig. Pferde, die sich als mögliche Bänke eignen, sind eher rar. Zum Auftakt im 3. Rennen werden zwar viele Wetter Edrigo d’Eam (Hans-Jürgen von Holdt) vertrauen, doch ist in diesem Amateurfahren die Konkurrenz in Form von Elsa Hanover (Andre Pögel), Ian Greenwood (Jan G.J. Maurix) oder Fantomas (Sönke Gedaschko) keineswegs von Pappe. Auch anschließend wird man gut beraten sein, mit der gesteigerten, aber immer noch fehleranfälligen Esta Fete Benach (Danny Den Dubbelden), der ungleich zuverlässigeren Divine Design (Manfred Walter) und „Dark Horse“ East Wind BR (Cees Kamminga) drei Pferde auf den Schein zu nehmen.

Offenes G4-Handicap

Zur V6-Halbzeit steht ein Bänderstart-Rennen mit elf Teilnehmern an, in dem auch die Viererwette gespielt werden kann. Hier meint es die Ausschreibung, die bei den letzten fünf Starts nicht sonderlich gewinnreiche Pferde bevorteilt, gut mit den übers Jahr gesehen äußerst erfolgreichen Exclusive Fire (Victor Gentz), Hercules Petnic (Michael Nimczyk) und Candyman Hornline (Robbin Bot), während der mit frischen Formen ausgestattete Malory (Josef Franzl) 20 Meter Zulage in Kauf nehmen muss.

Herausforderungen für frische Sieger

Ein weiterer Lauf zum Hamburger Weihnachtspreis der Amateure läutet die zweite Hälfte der V6-Wette ein. Der Mönchengladbacher Shooting-Star Tom Karten, dem kein Weg zu weit ist, um seinem Hobby nachzugehen, und der bereits Rang sechs in der bundesweiten Statistik der Amateurfahrer einnimmt, könnte seiner Janika Bo zum Hattrick verhelfen. Doch auch hier gilt: Konkurrenten wie der frische Sieger Hudson Boko (Stefan Dahl), der für einen Treffer überfällige Howard T (Afsoon Amirfallah) oder der glatt gehend immer für eine Überraschung gute Pepper K.L. (Franz Klein) werden nicht im Vorbeigehen zu bezwingen sein. Ein echter Bank-Kandidat könnte im vorletzten V6-Rennen mit Tell me no Lies (Cees Kamminga) ausgerechnet ein Pferd sein, das seit mehr als drei Monaten nicht mehr siegreich war. Doch der Gewinner von mehr als 400.000 Euro steht unter Autostartbedingungen dermaßen günstig in der Partie, dass es gegen zwar formstarke, aber doch weitaus „ärmere“ Mitbewerber wie die kürzlich fast gleichauf durchs Ziel gegangenen Mac Smily (Josef Franzl), Crown Wood (Jörgen Sjunnesson) oder Skyfall (Michael Nimczyk) wieder einmal für ihn reichen könnte.

Wer in der V6-Wette bis zum letzten Rennen keinen Fehler gemacht hat, muss dann vor dem Gang an die Auszahlkasse noch ein weiteres offen anmutendes überstehen. Die dauerplatzierten Notime to play (Danny den Dubbelden) und Idony (Thomas Panschow) können hier ebenso gewinnen wie die kürzlich schon erfolgreichen Gueule de Quick (Jörgen Sjunnesson) und Lusiana Bo (Michael Nimczyk), so dass den V6-Wettern im Erfolgsfall ein warmer Weihnachtsgeld-Regen sicher scheint. Das große Saisonfinale in Bahrenfeld mit den gutdotierten Finals zu den Winter-Cups und dem Weihnachtspreis der Amateure findet am Sonntag, 29. Dezember ab 13.30 Uhr statt.