Geboten wird am Donnerstag eine ganze Menge: Für rein sportlich Interessierte, die deshalb schon um 17.30 Uhr erscheinen werden, der Probelauf von Derbyaspirant Orkan von Haithabu oder im Verlaufe des Renntags eine Sprintprüfung mit Top-Pferden wie Halva von Haithabu, As Dore oder Mon Etoile. Für Nostalgiker ein Gästefahren, an dem unvergessene Größen vergangener Jahre wie Susann Walter oder Thomas Reber teilnehmen, die den norddeutschen Trabrennsport in ihrer aktiven Zeit mitgeprägt haben. Und für die Wetter natürlich eine V6 mit Garantieauszahlung von 5.000 Euro.

Gewinnreiche Sprinter

Da der vielfach erwartete letzte Test von Derbyaspiranten ausbleibt und kein einziger Dreijähriger mit Startberechtigung für das Blaue Band im Rennprogramm erscheint, konzentriert sich das Interesse auf die bewährten älteren Pferde. Die sind im 6. Rennen auf der Sprintstrecke im Kampf um 4.000 Euro aktiv. Der mit rund 336.000 Euro über fast so viel Gewinnsumme wie die übrigen sieben Teilnehmer zusammen verfügende Franzose As Dore (Henk Grift), der in der laufenden Saison in Vincennes und Enghien einige Mal nicht schlecht aussah, muss sich mit dem leider nur selten an den Ablauf kommenden Halva von Haithabu (Roland Hülskath) auseinandersetzen. Inzwischen siebenjährig, hat der Hengst nichts verlernt, wie er bei seinem kürzlichen Saisondebüt als Zweiter zur Ausnahmestute Goldy Stardust bewies. In das Duell kann vielleicht Mon Etoile (Michael Larsen) eingreifen, für die Dreierwette wird man weitere Kandidaten ins Kalkül ziehen müssen.

Lasbeker Form

Während Otero, die Derbyhoffnung des Nordens im Stall bleibt, aber gut „in Schuss“ sein soll, präsentieren sich zwei schwedisch eingetragene Dreijährige aus dem Gestüt Lasbek in der Hand von Trainer Josef Franzl als Sieganwärter. Ovation L.A. gewann beim Debüt dermaßen mühelos und überzeugend, dass eine Niederlage im Auftaktrennen des Abends einer großen Überraschung gleichkäme. Stallgefährtin Osoma träfe es mit – insbesondere als Breeders Course-Zweiter – im Vorjahr reichlich aufgenommener Gewinnsumme eigentlich anspruchsvoller an, doch fand die Stute ein Rennen vor, dessen Ausschreibung dreijährige Pferde bevorzugt, so dass sie an 5. Stelle mit u.a. Unicorn Diamant (Kornelius Kluth), Lucky Lady Blue (Thomas Panschow) oder Phil Taylor (Roland Hülskath) zwar formstarke, aber nicht unbezwingbare Gegner vor der Brust hat. Josef Franzl hat mit den hocheingeschätzten Vierjährigen Naheed (2. Rennen) und Namur (7. Rennen) weitere Sieganwärter zur Hand, so dass es überraschend wäre, wenn er den Renntag nicht dominierte.

Erinnerungen werden wach

Gästefahren sind in letzter Zeit wieder in Mode gekommen und geben auch ehemaligen Lizenzinhabern die Gelegenheit, wieder einmal in den Sulky zu steigen. Das ist im 3. Rennen nicht anders, doch sind hier zwei ehemals herausragende Könner der Szene seit vielen Jahren erstmals wieder am Start, so dass das Rennen für viele Fans das heimliche Highlight der Karte darstellt. Susann Walter saß 2009 zuletzt hinter oder auf einem Trabrennpferd, doch die vielfache Amateur- und Monté-Championesse überzeugte in ihrer aktiven Zeit durch so viel „Händchen“, dass sie – anders als manch Vierbeiner mit überlanger Pause – gleich wieder „voll da“ sein wird. Dasselbe kann man von Thomas Reber erwarten, der sogar noch länger ausgesetzt und seit Anfang 2005 keine Rennen mehr bestritten hat. Bis dahin war Reber einer der Vielfahrer und größten Talente im Norden. Während Susann Walter im Sulky von Blitzstarter Miles United zu Favoritenehren kommen wird, kann Thomas Reber dem zuverlässigen, aber seit einem Jahr sieglosen Zweitausend PS vielleicht die für einen eigenen Erfolg notwendigen zusätzlichen Körner entlocken.

V6-Wette mit 5.000 Euro Garantie

5.000 Euro wären einem einzigen Wetter, der in den Rennen 4-9 die V6-Wette trifft, mindestens sicher. Wahrscheinlich wäre der Auszahlungsbetrag noch höher, aber nach Analyse der Rennen werden viele zu dem Schluss kommen, dass man das „Rätsel“ auch mit überschaubarem Einsatz lösen kann und sich dann mehrere Wetter über einen Gewinn freuen. Im 4. Rennen sieht es nach einem Duell zwischen dem in Berlin am Start gescheiterten Stradivari (Robbin Bot) und Big Boss As (Kornelius Kluth) aus, in das vielleicht Mephisto PS (Josef Franzl) oder Noubliez jamais (Age Posthumus) eingreifen könnten. Anschließend fällt die Wahl vorrangig zwischen Osoma (Josef Franzl) und Unicorn Diamant (Kornelius Kluth), während im 6. Rennen Halva von Haithabu (Roland Hülskath) für den kleineren Geldbeutel ein Bankpferd sein könnte. Zu Beginn der zweiten V6-Hälfte ist Namur (Josef Franzl) zwar Debütant, aber in Anbetracht der großartigen Stallform sicher der klare Favorit. Mehr Markierungen wird man im anschließenden Amateurfahren machen müssen, das neben Timberlay (Katie Beer) und Milkos (Günther Lühring) je nach Rennverlauf auch andere gewinnen können. Wer auch diese Klippe umschifft haben sollte, wird sich fast schon entspannt zurücklehnen wollen, denn zum Abschluss der V6-Wette spricht im 9. Rennen viel für einen Sieg von Fitforfun (Kornelius Kluth) oder Highway Fortuna (Robbin Bot). Wer auf Nummer sicher gehen will, nimmt noch Sayuri Mo (Michael Larsen), Gian Luca Pasel (Josef Franzl) oder vielleicht sogar Late Night Show (Lisa Hanikirsch) dazu und begibt sich anschließend zur Auszahlkasse.

Der nächste Bahrenfelder Renntag findet am Sonntag, 18. August statt.