Ein Schauer leitete den Hamburger Renntag ein, auch später öffnete der Himmel zuweilen heftig kurz die Schleusen. Trotz der etwas widrigen Witterung konnte der Veranstalter ein spannendes Acht-Rennen-Programm abwickeln und dem Publikum an diesem September-Sonntag gute Unterhaltung bieten. Diese bestand nicht nur im reinen Rennsport, sondern etwa auch in einer stimmungsvollen Verabschiedung von Quandor, der sich nach dem zweiten Rennen im Winner-Circle noch einmal präsentierte. Mit etwas – bahnbedingter - Verspätung erschien dann auch noch der langjährige Rennleitungsvorsitzende Stefan Spieß dort, um auch Hamburg auf seiner Abschiedstour seine Aufwartung zu machen.

Michael Nimczyk dagegen machte quasi da weiter, wo er am vergangenen Hamburger Renntag aufgehört hatte, nämlich im Winner-Circle. Erneut gelangen dem Dauerchampion vier Erfolge, dennoch musste er die Schlagzeile diesmal einer Amazone überlassen, denn mit zwei blitzsauberen Erfolgen bei zwei Auftritten war Anna-Lisa Kunze „talk of the day“. Insgesamt konnten an diesem Sonntag lediglich drei Sportler - nämlich zwei Fahrer und eine Fahrerin die Siegerblumen in Empfang nehmen.

Lupenreiner Hattrick und Nachschlag

Die Auftaktprüfung sicherte sich der Goldhelm mit Mon Royal. Michael Nimczyk übernahm auf der ersten Überseite das Kommando, kontrollierte das Geschehen, um dann im Schlussbogen die Segel zu setzen und sich auf und davon zu machen. Proud of Marlene und Peaceful Well komplettierten den erwarteten Einlauf.

Der Champion legte gleich nach. Mit BadRomance Diamant ließ er sich ziehen, um dann aus dem Windschatten innen in der Distanz anzusetzen und knapp zum Zuge zu kommen gegen Red Mile usa und Gigio Effe, während Herrstolle nach langer Führung auf den letzten Metern kürzer trat.

Den Hattrick schaffte er dann mit Pirate of Greenwood, der den führenden Etoile Rouge TU bis in den Schlussbogen begleitete, um diesen dann stehen zu lassen und überlegen nach Hause zu kommen. Klar zurück schnappte sich Raja Beuckenswijk noch das zweite Geld vor Etoile Rouge TU, während die hoch eingeschätzte Witana nie einen besseren Moment hatte.

Die Kirsche auf der Torte war dann Izoard As, der zum italienischen Derby nicht zugelassen wurde, sich dafür dann „schadlos“ halten durfte mit einer besseren Arbeit, die er weitestgehend außen herum bestens erledigte und überlegen zum Zuge kam gegen Money Shark und Esprit Kronos.

Besser geht es nicht

Für zwei Fahrten war Anna-Lisa Kunze aus der Hauptstadt nach Hamburg gekommen, beide gestaltete sie siegreich. Die Amazone bot jeweils eine tadellose fahrerische Leistung und konnte so dem Goldhelm die Schau stehlen.

Eine taktisch einwandfreie Fahrt lieferte Anna-Lisa Kunze mit Zsa Zsa Nova ab. Sie ging in Front, ließ den Gegner vorbei und sich ziehen bis zum Einlauf, wo sie dann in der Open Stretch den Spieß umdrehte und Cracker Jack auf den Ehrenplatz verwies. Savonarola und Elma OE komplettierten die Viererwette, die 533,3:1 zahlte.

Mit Norbert Charisma fuhr sie nervenstark durch, teilte sich das Tempo perfekt ein und beschleunigte weisungsgemäß am 500-Meter-Pfosten mit gezogenem Klappzaum. Julia Holzschuh blieb erneut nur der Ehrenplatz. Mit Max Hazelaar wurde sie Zweite vor Yoko Ono Diamant.

Seriensieger

Von Start weg ließ Marciano Hauber nichts anbrennen mit Tigerhead und machte sich das Rennen selbst. Einer Tempoverschärfung im Schlussbogen konnte niemand so recht folgen, und von diesem Vorteil lebte Tigerhead leicht und locker und gewann gegen den schnellen Loric Runancy, der zum vierten Mal in folge den Ehrenplatz belegte. Njord Invicta musste außen herum und zollte als Dritter diesem Verlauf ein klein wenig Tribut.

Auch Marciano Hauber erzielte noch einen weiteren Treffer. Im aus den Bändern gestarteten Rennen der besten Klasse war der in diesem Jahr noch sieglose Orkan Bo gut untergekommen und brachte seinem Fahrer einen weiteren Siegpunkt. An der Spitze konnte er jederzeit zulegen, um sich Undinia vom Leib zu halten. Klar zurück ersprintete sich L.A.Boko das dritte Geld.

cb